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Haupstadtgeflüster

in Foto, Texte 03 jun 10 19 : 19

Nachdem ich mich wieder gut 2,5 Jahre um einen Aufenthalt in der verbotenen Stadt gedrückt habe, wurde die Sehnsucht nach Glatze dann doch zu groß, so dass es mich für ein paar Tage Erholung nach Berlin verschlagen hat.
Vorweg: Ich hasse Berlin. Zu viel. Zu viel von Allem. Des Todes…
Glücklicherweise wohnt dieser Torben in der wohl [...]

Chillin' out, maxin', relaxin' all cool

Nachdem ich mich wieder gut 2,5 Jahre um einen Aufenthalt in der verbotenen Stadt gedrückt habe, wurde die Sehnsucht nach Glatze dann doch zu groß, so dass es mich für ein paar Tage Erholung nach Berlin verschlagen hat.

Vorweg: Ich hasse Berlin. Zu viel. Zu viel von Allem. Des Todes…

Glücklicherweise wohnt dieser Torben in der wohl allerbesten WG des Planeten.
Zurück in die Zukunft Pinballautomat like whoa!
Ansonsten ist es für mich Klein(stadt)geist doch recht ungewohnt, dass man spontan mit nem 10er Rudel Radfahren geht. Darüber hinaus können die auch irgendwie alle gut Stunten und sind noch dazu umgängliche Charaktere, mit denen man umstandslos Spaß haben kann. Komisch, dieses Berlin.
Spots gibt es dort in Massen, insofern man die damit verbundenen, kleinen Reisen in Kauf nehmen kann. Ich erinner mich dunkel an eine abendliche Heimfahrt Südkreuz>Friedrichshain. Fotoklumpen im Nacken und sattelstützenlosen Diamanteimer unterm knochigen Hintern… Welch Qual!
Wenigstens wird man – wenn man am geistigen Gipfel der Brauereikultur nächtigt – für solche Torturen standesgemäß entlohnt und dementsprechend wenig trocken verliefen auch meine anderen Tage in der Hauptstadt. Das ist der Produktivität wenig zuträglich, aber ist ein gutes Kontrastprogramm zum Arbeitsalltag und war daher durchaus angebracht.
Ungemein angebracht ist übrigens auch diese Jägerklause. Ich kannte sie nur vom Hörensagen, aber ihrem Ruf wird sie durchaus gerecht. Besonders meine lakritzsüchtige Kehle hat sich über experimentelle Eigenkreationen aus Pfeffi und Salmiak gefreut. Wenn das mal kein Exportschlager wird!

Ich werde mich wohl bald mal wieder in diese Gefilde verirren. Mittlerweile ist es wohl eher so was wie eine Hassliebe zwischen mir und der Bärenstadt.

BerlinTorben! Es war schön mit dir!

B-RZ 4130

 
 

Barcelona – Flucht aus dem Winter

in Texte 13 jan 07 23 : 55

Nach dem mein Homie G-Hot schon einen unschlagbar guten Text in der Hiphop-köln-gangsta-wenigtitten-kein-dosenstechenfeature freedom veröffentlicht hat, hab ich jetzt die ehernvolle Aufgabe, einen weiteren Senftopf mit meinen Erinnerungen zu füllen
Barcelona war eine Reise die mir noch lange im Kopf bleiben wird, ein zu guter Start wurde mit eher herbem Schluss beendet. Im Nachhinein betrachtet waren [...]

Nach dem mein Homie G-Hot schon einen unschlagbar guten Text in der Hiphop-köln-gangsta-wenigtitten-kein-dosenstechenfeature freedom veröffentlicht hat, hab ich jetzt die ehernvolle Aufgabe, einen weiteren Senftopf mit meinen Erinnerungen zu füllen

Barcelona war eine Reise die mir noch lange im Kopf bleiben wird, ein zu guter Start wurde mit eher herbem Schluss beendet. Im Nachhinein betrachtet waren es traumhafte 10 Tage unter den Palmen und auf dem Rad.
Getrieben von 4monatiger Vorfreude lies es sich in der tristen winterlichen Jahreszeit noch Verhältnismäßig gut in den fensterlosen Hörsälen der Uni aushalten, denn bei jedem Anflug von Winterdepressionen konnte ich mich wegdenken, in eine Stadt, die ich bis dahin nur aus Videos und von Bildern kannte. Sah mich schon mit riesiger Sonnenbrille, T-Shirt und ohne Sorgen ob das Wetter am nächsten Tag halbwegs gut werden könnte unter Palmenalleen herrollen.
Immer näher rückte der Abflugtag immer größer wurde diese Freude, die andere vielleicht von den Tagen und Stunden vor der Weihnachtbescherung kennen. Fast wie eine Bulemiesüchtige versuchte ich meinen Bikebag, den mein Lieblings Profi Markus W. mir zur Verfügung gestellt hatte unter dem Maximalgewicht von 20 kg zu halten. Barcelona erwatete uns und mir wurde warm ums Herz als wir das erste mal die Straßen von spaniens Metropole entlang rollten. Schon der erste Tag war eine Erfüllung sondergleichen. Lange hatte man nicht mehr bei mehr oder weniger blauem Himmel und geringfügig bekleideten Damen die Möglichkeit gehabt die Straßen zu befahren. Lange hatte ich davon geträumt mit einem leckeren Bierchen nach einem guten Radfahrtag auf einem Platz zu sitzen und einfach dort zu sein und das Geschehene Revue passieren zu lassen. Dies wurde mir schon alles am ersten Tag gegönnt. Mit Geh Heiß und NikOne aus 55 konnte man das hervorragend tun. Auch allgemein ist Barcelona eine Stadt in der man im großen und ganzen gut sein kann.
Schnell gewöhnte man sich an örtliche Gegebenheiten, verstand damit um zu gehen und sich zurecht zu finden. Wir suchten zwar manchmal fast endlos nach Spots, wurden aber dafür meist durch andere Zufälle entschädigt. So das wir auf einmal auf einem Berg standen und eine Traumhafte Sicht über Barcelona genießen durften. Kleine Rückschläge die sonst vielleicht einen Trip verderben wurden durch die schon angenomme Spanische Gelassenheit kompensiert. Auch gestohlenes Geld und Rucksäcke setzten zwar einen kurzen Dämpfer auf die durchweg gute Stimmung aber wat fott is, is fott. Dafür war mein Bikebag am Abflug so leicht das ich mir wie ein Paradegast der Germanwings company vorkam. Die anderen 2 Bikebags waren dafür überfüllt mit Bierhumpen und anderer Beute aus der Sonnenstadt. Das die freundliche Dame am CheckIn nicht mal mehr die Hühneraugen zudrücken wollte. Trotz der Gelassenheit die sich schnell an den Tag legte, wurde trotzdem das Ziel, des möglichst guten und NYCstyled Bmxfahrens nicht aus den Augen gelassen und systematisch wurden die Spots auf der Wiegmannschen Karte, die im Laufe der Tage noch verbessert wurde abgearbeitet. Da die Stadt aber eine einziges Spotmoloch ist in dem man sich schnell gefangen fühlt weil dort wirklich alles irgendwie fahrbar ist, hatten wir nach 10 Tagen immer noch das Gefühl nicht alles gefahren zu sein. Ein Tag wurde sogar des chills und des Sightseeings Gewidmet.

Mama wäre stolz auf uns, jaja wir haben alles gesehen…
…und jetzt ab in die Flippies…

gerrit rehmann

 
 

frankreich – sommerurlaub paris bis normandie

in Texte 02 aug 06 23 : 06

Schon seit anno 2001 Roadfools Europe Heraus kam verspürte ich immer ein inniges Bedürfnis, der französischen Hauptstadt mal einen Besuch abzustatten. Die Faulheit tat leider 5 Jahre lang effektiv ihren Job, dies aufzuschieben. Diesen Sommer aber verabschiedete sich die Etterkonda™ für ein gut dreimonatiges Praktikum in die Lichterstadt. Vorher war er, wie viele Leute, die [...]

EY BONJOUR!

Schon seit anno 2001 Roadfools Europe Heraus kam verspürte ich immer ein inniges Bedürfnis, der französischen Hauptstadt mal einen Besuch abzustatten. Die Faulheit tat leider 5 Jahre lang effektiv ihren Job, dies aufzuschieben. Diesen Sommer aber verabschiedete sich die Etterkonda™ für ein gut dreimonatiges Praktikum in die Lichterstadt. Vorher war er, wie viele Leute, die es an fernere Orte als von Köln nach Jülich verschlägt, so unvernünftig, in der Ungewissheit um kommende, einsame Monate, all seine Freunde zu einem Besuch einzuladen. Somit war meine Sommerplanung abgeschlossen und meine Mitreisenden waren schnell gefunden.

Jan Beckmann hatte es nicht geschafft, sich nach bestandenen Abiturprüfungen eine Feier-Sauf-und-Vögel-Reise zu organisieren, wie es sich gehört, und saß entsprechend auf dem Trockenen. Dennis Kicza musste dafür sorgen, dass die pariser das Rheinland nicht ohne den Ruhrpott zu schmecken bekommen und das Leistungslevel hochhalten. Jan Kovermann übernahm die Rolle des Reisefotografen, des langsamsten Spotwechslers Nördlich des Südpols und die des Entertainers auf langen Autofahrten. Niklas Grossmann (aus 55, jah!) wollte den Parisern eigentlich nur erklären, dass Magazine Idealerweise ausschließlich Grinds von Männern mit Hüten abbilden sollten, und nebenbei n’paar Rails machen. Abschließend gab uns Kay kurzerhand seinen Austauschradfahrer Phil Snodgrass mit, um durch eine Auszeit vom Gästebewirten etwas Zeit für Schule und Analsex zu gewinnen.

Da die Etterkonda im neuen Domizil mittlerweile doch festgestellt hatte, dass ein Praktikum in einer Weltweit renommierten Fotoagentur in einen Fulltimejob plus Überstunden ausartet, gab es für uns nur ein gutes, verlängertes Wochenende Paris-Asyl.
Auf dem Plan stand also Paris – dann auf gut Glück ans nächstgelegene Meer und etwas Sommerurlaub plus zufällig gefundene Spots fahren. Ein traumhafter Plan und so stachen wir mit zwei Autos in See, um auf persönlichen Druck meinerseits noch das WM-Finale Frankreich – Italien in Paris genießen zu können. Das hätte auch zeitlich super geklappt, wenn es nicht 2 Stunden früher als gedacht begonnen hätte, weshalb wir es, die letzte viertelstunde ausgenommen komplett verpassten. Diese durften wir in einer extrem schmerzhaften Hockhaltung genießen, um an einer überfüllten Brasserie zwischen der markise und 100 Köpfen hindurch von außen einen Blick auf den Fernseher zu erhaschen. Ungemütlich! War auch egal, da Frankreich eh verloren hatte und die erwartete Party deshalb ausblieb. Nein, nicht so ganz. Franzosen haben echt keine ahnung wie man das mit der Party handhabt. Auf der Champs d’Elysee feierte man sich selbst als wäre man ganz okay.
Beim Etter zurück durfte ich mit ansehen wie ein Pariser mit seinem Auto ohne mit der Wimper zu zucken rückwärts in meines hineinparkte, feststellte dass die Parklücke für seinen wagen 1m zu kurz war, mich ansah, und wegfuhr, als wäre nichts gewesen. Ich habe meinen Augen nicht getraut, aber das scheint dort normal zu sein. Fahrt dort also NICHT mit dem glänzenden, neuen Auto eurer Eltern hin, ein Parkhaus werdet ihr euch nicht leisten können. Das Kostete für die 3 Tagen cirka einen Fiat Panda in Bar.
Weiterhin stellte sich dort raus, dass man sich für einen bei uns stolzen Mietpreis in Paris einen großzügigen Schuhkarton im 6. Stock Hinterhaus mit einem Mitmieter teilen muss. Nicht ideal, um 6 Leute aufzunehmen, also am kommenden Tag die Hälfte aller Reisenden in ein Hostel auslagern. Dieses war immerhin recht günstig und lag direkt am Montmartre. Artsy-Fartsy!

So, nun konnte endlich gefahren werden. Spots gibt es in Paris an allen Ecken und Enden, nicht jedoch an jeder Ecke. Ausgestattet mit einem adäquaten Spotplan jedoch auch als Fremder gut zu erkunden und mit Spaß zu fahren, das Internet spuckt für Paris mehr Spots aus als ein 14jähriger nach dem ersten Vollrausch Magensaft. Die alte Spotlegende, das Businessviertel La Defense am Stadtrand, hat seinen Charme nicht verloren, Teile seiner Fahrbarkeit jedoch durch Skatestopper und Securityguards einbüßen müssen. Dennoch war der Tag dort spotmäßig einer der herausragendsten und neben dem kleinen Skatepark Quai Jemappes in der Innenstadt der einzige, an dem wir gleich mehrere Locals trafen, um mit ihnen den Tag zu verbringen.

An einem der Abende durften wir auch noch das Cream Office im schulterhohen Dachgeschoss eines BMX-Ladens besuchen, immer Interessant einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Das mitgebrachte Bier, das wir dort tranken, war, wie fast alles in Paris, so teuer wie bei uns ein einfaches Flugticket München-Hamburg. Paris scheint mittlerweile London überholt zu haben und die teuerste Stadt Europas zu sein, also Spart eifrig, eh es dort hin geht!

Insgesamt haben wir durch warten, Missverständnisse zwischen den geteilten Wohn- und Reisegruppen sowie Organisation von Hotels und Spots viel Zeit verschenkt. Der Etter hat es einmal geschafft uns in cirka 10 Telefongesprächen und 3 Stunden jedes Mal an definitiv beschriebene Punkte zu schicken (u.a. unter dem Eifelturm), damit wir die anderen später 5km den Fluss runter auf einer Brücke trafen. Empfangen mit den Worten „hab ich doch gesagt“, großartige Arbeit Etterkonda! Also müssen wir wohl, was mir nicht sehr leid tut, irgendwann mal wieder nach Paris, um den Rest kennenzulernen.

Für dieses Jahr hieß es aber erstmal, ab in die Ungewissheit. Auf dem Plan fand sich als größter der Flecken, die Küstenstädte darstellen sollten, LeHavre. Hmmm… Ablegeort einer Fähre nach Großbritannien, klingt nicht nach dem saubersten Wasser. Ich kann aber nicht behaupten, dass es Dreckig war, als wir dort ankamen, es war vor Lauter Raffinerien und Industrieanlagen nicht mal zu erreichen. 25km die Küste entlang sah es schon viel mehr nach Ferienort für Besserverdienende aus, und als die Straße endete, war eben Wildcampen angesagt. Die Wiese sah auch relativ abgelegen aus, als es noch dunkel war. Morgens stellte sich allerdings heraus, dass wir im Perfekten Panorama am Rand eines Spazierweges für Filmstars mit Collies gecampt hatten. Die Polizei kam glücklicherweise erst, als wir schon beim Einpacken waren. Dumm gestellt – Keine Strafe, Perfekt gelaufen! Erstmal die Stadt Erkundet, festgestellt, dass es einen riesigen Strand gab, und direkt an diesem ein riesiger, smoother Betonskatepark lag, und Abends würde in und um selbigen noch eine Party mit Feuerwerk statt finden. Volltreffer! Nach der Session dort und dem Chillen am Strand wurde ein Campingplatz gesucht, damit wir endlich mal legal schlafen könnten. Nachdem dieser sich als halbe Rückfahrt nach Paris erwies, und somit nach der Party nachts nicht gut per Rad zu erreichen gewesen wäre, entschieden wir uns dazu, diese Nacht wieder am Spazierweg zu Campen, nur etwas weiter im Gebüsch.

Während der Party abends wurden dann billiger Wein und Pro Person cirka 32 Flaschen Bier getrunken. In Frankreich gibt es nämlich Bierflaschen, die eigentlich sogar für Parfum zu klein sind, wenigstens kosteten die auch zum ersten mal auf dieser Reise stark wenig.
Im Laufe des Abends haben wir dann einige Leute kennen gelernt, von denen ein Mädchen sogar bereit war, uns in ihrem Garten Campen zu lassen. Später, als wir dort hin wollten, war sie kurz verschwunden, um, wie sie sagte, jemanden zu treffen, sie würde gleich wiederkommen. Einer ihrer Freunde war noch da, mit ihm Kovermann mit 3 Rädern und allen Taschen. Der letzte lokale Gangster ergriff die Gelegenheit, nahm sich Dennis’ Fahrrad und gab Gas. Jan konnte nicht von den Taschen weg, sonst wären die auch noch gestohlen worden. Glücklicher Weise war der Rest von uns an Ecken entlang der Straße postiert, um unsere zweifelhafte Gastgeberin wieder zu finden. Als der Typ auf uns zu heizte, einen „packt den! Der hat das fahrrad!“-schreienden Dennis Kicza im Schlepptau, wurde schnell geschaltet. Einen Gangster, der zum ersten Mal ein Fahrrad ohne Bremsen steuert, ist zum Glück selbst mit 2 Promille an der nächsten Ecke eingeholt. Zufällig war sogar die Polizei in der nähe, der wir den Kerl überreichten statt der Selbstjustiz zu Phrönen. Leider war denen das ganze offensichtlich relativ scheißegal, ob den dummen Touristen ein Rad geklaut werden sollte, das sie ja sogar zurückbekommen hatten. Wir hätten ihn doch kaputt schlagen sollen…

Im weiteren Verlauf des Abends wurden wir noch von einer weiteren Gruppe Gangster mit Steinen beworfen und aus Paranoia, Nachts im Schlaf von weiteren, rachsüchtigen G’s erwischt und in den Zelten angezündet zu werden, entschlossen wir trotz Pegel, die Flucht aus dieser Stadt mit dem allzu perfekten Skatepark anzutreten. Nach kurzer Lagebesprechung wurde der Nächste Küstenort Fécamp ausgesucht. Adrenalin ist offensichtlich das beste Mittel gegen Blutalkohol und so erreichten wir das Loch außer einem unschönen Bordsteinschaden an einer meiner Felgen unbeschadet. Dass Plätze im Dunkeln anders aussehen als im Hellen hatten wir ja schon festgestellt, aber die Baustelle, so staubig wie die Sahara, auf der wir uns am Nächsten morgen wieder fanden, war schon das beschissenste stück Erde, auf dem man hätte Campen können. Zum Glück war am nächsten Morgen Fête Nationale de la France, der Feiertag zum Sturm auf die Bastille, und wir wurden nicht mit Zimmermannshämmern vertrieben. Der eigentliche Ort nahe der Baustelle war eine sehr lauschige, kleine Privathafenstadt, die normalerweise sogar meinen Großeltern etwas zu langweilig gewesen wäre. Uns kam er gerade recht, schien es hier doch keinerlei übertriebene Gangbanger zu geben, die uns ausrauben wollten. Zu unserer Überraschung gab es hier sogar eine extrem perfekte Ledge direkt am Strand, einige kleine, leider immer zugeparkte Vertquarters und einen Secret Pool im Umland. Die Ledgesession war cool, Genau wie die im Pool. Dort kam allerdings irgendwann ein 50Cent-mäßig gekleideter Chabo durch den Zaun geklettert, mit dem man sich aufgrund mangelnder Englischskills seinerseits so gut wie gar nicht verständigen konnte. Das was er heraus brachte war zwar, dass er auch führe, und sogar schon mal ein Foto von sich an dem Spot im Soul Magazine hatte. Als er jedoch ein Handy herausholte um hitzig Freunden von unserer Anwesenheit zu berichten wurde uns das zu ungeil, das Misstrauen aus der Story der letzten Nacht saß noch deutlich zu tief, um sich von einer Horde fremder Franzosen an einem Platz einkesseln zu lassen, dessen einziger Ausgang ein 50×50cm großes Loch im Zaun war. Als wir gerade draußen waren, standen da auch 2 Peugeot und 1-2 Roller mit Typen und einigen Biatches, die allesamt nicht aussahen, als würden sie sich auf einen Austausch mit anderen BMXern als doch eher auf unsere Portemonnaies freuen. Richtige Entscheidung also!
Ersatzweise begaben wir uns lieber mit Essen zum Strand, dessen Sand hier leider aus faustgroßen Kieseln bestand, die ich in der Normandie nicht erwartet hätte. Bei James Ryan gabs schließlich Sand. Scheiss Hollywood! Der Seegang warf diese Findlinge jedenfalls mit Schmackes gegen Schienbeine und andere Tentakel, sodass es im Meer nicht lange verletzungsfrei auszuhalten war. Am Stand wurde gechillt bis abends das Feuerwerk Anstand. Anschließend wurde der Campingplatz bezogen und am nächsten Morgen nach dem Duschen gratis wieder verlassen, da sich niemand blicken lies, der uns dafür etwas berechnen wollte. Danke dafür! Auf dem Heimweg wurde noch mal, wie schon seit wir das erste Mal Belgien erreicht hatten, jede erfolgreiche Autobahnmautzahlung mit Warnblinkern, hupen und allem, was moderne Kraftfahrzeuge zu bieten haben, zelebriert. Wir hatten beim ersten Mal unsere liebe Not gehabt, Kleingeld in den Kreditkartenschlitz bugsiert zu bekommen. Ihr könnt euch denken wie die Story sich bei 10 wartenden Fahrzeugen hinter uns entwickelte… Zufrieden und voller Erfahrungen verließen wir ein Land, dem ich als unser gewohntes Nachbarland so viele Unterschiede und Erfahrungspotential gar nicht zugetraut hätte. Merci, la France.

JPK

 
 

Red Bull Garage Punkx

in Texte 20 jul 06 21 : 38

Als ich den Termin dieses Events bei der Freedom erspähte war ich gleich gespannt was das geben würde, Radfahren auf nem Parkhaus? Annahmen zwischen „klingt nach Flatrails und Sperrmüll, klingt nach Spass“ und „uha,  die Carharttspine und Feierabend, pack dir besser Schabau ein…“ waberten mir durch den kopf, da die Redbullevents aber in anderen Ländern [...]


Als ich den Termin dieses Events bei der Freedom erspähte war ich gleich gespannt was das geben würde, Radfahren auf nem Parkhaus? Annahmen zwischen „klingt nach Flatrails und Sperrmüll, klingt nach Spass“ und „uha,  die Carharttspine und Feierabend, pack dir besser Schabau ein…“ waberten mir durch den kopf, da die Redbullevents aber in anderen Ländern schon immer ganz opulent ausstaffiert waren ließ ich es mal relaxt auf mich zukommen. 2 Tage vorher sicherte sich hoher besuch aus Berlin in form vom verstümmelten Iltis-Benni und dem Iltis-Promax noch Asyl bei mir und nachdem ich 35 mal das Wort Bonzengegend hören durfte hatte selbst ich kapiert dass man im Osten keine 911er nebenan hat.

Das Publikum beim GaragepunXx-Platz würde über solche Karren nur die Nase rümpfen, „öööh, nichtmal Turbo S…?!?, vorm Cani kannste damit gleich wieder abhauen!“. Jaja, die reichen und Schönen hatten den weg aus den Botiquen aufs Dach der Welt gewagt um bei designergetränk und Sonnenschein radikale Stunts zu bewundern.

Bei hervorragenden 34° Sonnenbrillenwetter ackerten auch wir uns die 5 Stockwerke zum Parkdeck hoch, Zugang hatte nur, wer eine der exklusiven Parkticket-Eintrittskarten zugesteckt bekommen hatte, Laufkundschaft – nein danke! Dass diese Kärtchen aber cirka jeder aktive BMXer aus Köln und Umgebung hatte, machte diese Regelung relativ nebensächlich, durch ein „bring ma ne Karte!“ am gut gebauten Rausschmeisser vorbei war das Thema Eintritt auch für mich Kartenlosen Outsider gegessen, mit schräg einblondiertem iro wäre ich vermutlich auch so anstandslos durchgelassen worden, naja, nächstes Jahr dann!

Am Ort des Geschehens bot sich mir ein Ausblick dar, da war das „Jawoll!“ nicht einzubehalten: Pinke Rampenflut aus toller Spine, ungebrauchten Kickern, Picknicktableverschnitt, gnarly ass Miniwallride, Banks, Stepup-Quarter-Etwassen vor Domkulisse, Curved wallride, Chevrolet-Motorhabensubbox sowie dem obligatorischen Flatrail über den dächern der Shoppingmeilen waren am Start, kreuz und Quer versehen mit rockigen Schriftzügen und auf einem Schotterraspelboden, den zum Glück niemand küssen musste.

Was soll man zu den kommenden Stunden schon sagen, es wurde 3 davon lang sessioniert was der Platz zu bieten hatte, zu voll war es überraschenderweise auch nicht, dann wurde irgendwann der Contest, von dem die Hälfte der Besucher gar nichts gewusst hatte und dessen beginn ich gar nicht mitbekommen hatte da er in ungetrübter Jamform weiterging während eine punkige Punkband mit dem Sinnieren über Selbstbefriedigung oder ähnliche Themen den Platz beschallte. Aus dem Ameisenhaufen wurden von der parteiischen verletztenjury willkürlich Finalisten rausgefischt, was ein interessantes Starterfeld aus Amateuren und Vollprofis ergab, die dann erneut im Ameisenformat dicken Scheiss machen durften. Aufzählung meiner Erinnerung: alle haben gemacht was sie immer machen, Paddy diese hohen sachen mit dem vielen Whips und der Spine drunter, Paul 180handplant drüber, Dockenfuss leider knapp am icepickgrind-hard180 vorbei, Promax stylische oneFootdinger anywhere und just for me, Bruno hektische dinger zwischen Autodach und Kühlergrill, Medalist Wilke irgendwas mit Railrides, HimmelarschundHarrison Tailtap to Fakir und Xupride to 180 über den Picknicktisch, Aze in Killerlaune auf die Garage und hinten wieder runter, Paulsen B aus dem Curved Wallride über den Chevy, JanH war einfach nur Pink, Skintight und geplant furchtbar, JPK ist wie immer ohne Aussetzer gefahren und alle anderen hab ich vergessen.

Gewonnen haben dann Paul Nelischer (Radkappe + Mopedrennkarten), Jan Kovermann (Radkappe + Rock-am-Ring Tickets aka neue Autoreifen) und Paddy Gross (Radkappe + den Chevy oder ne Redbull-Hostesse vermutlich, meine Quellen sind da nicht 100% zuverlässig). Nachdem die Insane-Ehrenstrassen-Posse mit den D&G-Tarnhosen und den vielen schönen Mädels im Arm genug Geld am Getränkestand gelassen hatten rächte es sich, dass ich den Streitwagen noch lenken musste, da gab es dann nämlich gratis Heineken soviel man schafft sowie free BBQ nach allen regeln der Kunst. An der Stelle muss man die Orga mal loben, so was gibt es echt selten. Darüber hinaus wird vielleicht durch den Text relativ deutlich in welch relaxter form der „Contest“ durchgezogen wurde und dass auch die richtigen Leute fürs Rampenbauen verhaftet wurden. Events wie dieses kann es ruhig öfter geben, aber nächstes mal bitte Rap in den Namen einbauen (auch wenn da kein X reinpasst) und KKS live on Stage, Dankeschön!





Daniel Etter, Jan Kovermann & Gerrit Rehmann

 
 

1. alljährlicher Urbanerinstinkt Dormagenjam

in Texte 18 jul 05 08 : 25

Alles fing vor ein paar Jahren an, als die BDLF-Bande (wat is eigentlich mit den Hunden los? Sind die jetzt alle veggie und hören rap?) einen Jam in Dormagen ausrief, naja das Wetter war dagegen und Porz noch offen. Ein beinahe-Flop.
Das Remake der ganzen Sache sollte dann irgendwann mal stattfinden mit Grill und Chill und [...]

Alles fing vor ein paar Jahren an, als die BDLF-Bande (wat is eigentlich mit den Hunden los? Sind die jetzt alle veggie und hören rap?) einen Jam in Dormagen ausrief, naja das Wetter war dagegen und Porz noch offen. Ein beinahe-Flop.

Das Remake der ganzen Sache sollte dann irgendwann mal stattfinden mit Grill und Chill und vielen Leuten die gemeinsam Spaß haben. Jahre zogen ins Land bis irgendwann Peer Wallenborn f.k.a. C*reep mal auf die fixe Idee kam einen Dormagen Jam zu starten. (Moment, Peer, is das nicht der Zottel der damals auch in dieser Saufbande war die keiner ernst nimmt?) Als diese Idee einmal den schwierigen Weg vom Hirn durch die Mundhöhle nach draußen geschafft hatte lag er mit seiner charmanten Art und Weise den restlichen UI Gangmitgliedern dauerhaft in den Ohren wie cool es doch wäre mal wieder einen Jam in Dormagen zu machen.
Also gut, Glanzmeister Gerrit und Kay f.k.a. the Yak sprangen auf und fingen an zu planen und zu planen.

Dann war es endlich so weit am Morgen des 17.7.2005 zur unchristlichen Zeit 9:30 traf ich in einem Industrie Gebiet auf Peer der in Janoschs Bus sitze und das Handschuhfach nach alten Zahnbürsten/Shorts und Schlafsäcken durchsuchte. Diesmal war das Wetter auf unsere Seite, die Sonne gleißte mit satten 30 grad vom Himmel und die Wolken hatten sich alle verzogen. Es sah gut aus und sollte auch den ganzen so bleiben.

Nach kurzer Inspektion des restlichen Krams in Janoschs Bus entschieden wir uns dann doch die Paletten mal einzuladen. Schließlich musste ja ein echter Jam her und da kann das Schlachtfeld ja nicht nur mit Rampen bestückt sein, der Urbane Instinkt hält ja was auf sich. Schon schlimm genug das UI einen Jam in einem Skatepark stattfinden läst aber Laut 50Mäx sind Betonrampen ja schon fast Street. Und da Dormagen so viele Banks wie Transen hat geht das klar.

Im Voraus sprang Janosch auch auf die Idee auf und war hell auf begeistert. Checkte für uns Sachen von RedBull, die dann doch den Bullenpenis einzogen und Wethepeople die ihn draußen ließen und stellte uns den Punkrockbus zu Verfügung. Als die Paletten in Dormagen angekommen waren ging’s weiter nach Honorfield und
mit den Misfits im Ohr und Rob Harrison im Telefon weiter zur Künstlerhalle um das Flatrail (die Ausgeburt des urbanen Instinkt/schau im Lexikon unter urbaner Instinkt nach und du findest Flatrail) abzuholen und zu erfahren das uns der Rote Bulle sein pinkes Picknicktischlein doch nicht geben wollte. Also, musste die Kriminelle Energie frei werden und Tirreg und Yak improvisierten 2 Siebdruckplatten die als Wallride in der Mini enden sollten.

Wieder in Dormagen angekommen waren Peer und Alan schon kräftig am schrauben und Nageln und hatten begonnen den Park mit Paletten auszuschmücken, so entstand der „XveganwarX“ Wallaride eine „Erasmus this!“ Sub, ein „Alino Gonzalas“ curb und ein netter Wallaride in der Mini. Das Flatrail und eine Hochsprunglatte sollte die Meute bei Laune halten. Nach dem die letzten Sprayaktionen vollbracht waren trudelten auch schon die ersten Leute ein, langsam aber sicher füllte sich die Fläche und Autos aus Ganz NRW rollten langsam aber sicher in die pralle Sonne auf den Parkplatz. Die ersten Decken wurden ausgebreitet und die ersten Chickas räkelten sich auf ihnen.
Als die Ehrenfeld connection um Janosch eintraf wurde schnell der Schwenkgrill in Betrieb genommen und das 5Literfass Schaum geöffnet. Langsam kam echtes Jamfeeling auf. Grillgeruch in der Luft, lachende Leute und viel Äktion auf den Rampen.

Lokalrocker Wadim ging ab wie immer und warf genüsslich seine whips über die hips. SG-Matador Andrej rockte fleißig mit. Sogar Profis/Medalisten waren am Start, obwohl es kein Geld zu gewinnen gab wurde fleißig Gas gegeben und dicke Sachen an den Geländern des Rudolphs vollbracht. Random Rob zerstörte den XveganwarX Wallaride der extra für XMX gebaut wurde und Kicza und ich gaben irgendwann auf die „ledge“ zu grinden und zu 180°. War schließlich Chill und nicht Drill Tag.
Die Ruhrpottjungs hatten sich auch über die Ruhr getraut, ließen sich aber lieber auf der decke bräunen und Kicza care of business taken. Man konnte schon fast von europäischen Feeling sprechen da nicht nur Deutschland und der Ruhrpott vertreten war, sondern Rob Harrison für England die Fahne hoch hielt. Die Wiener Delegation für den 21.bezirk , Spiess Polen in der Minirampe vertat, Leroy für die niederlande Pink trug und Spanien in Form von Carlos Seine Flagge hisste. Wien leistete seinen xtenRückbesuch denn damals war eine Delegation der oben genannten Bier Bande zum Meet and Beat Elaso Jam nach Wien aufgebrochen.

Jetzt soll mal einer sagen Bmx sei keine keine Familie mehr.

So wurde den ganzen Tag die Sonne genossen und die Rampen malträtiert. Es gab eigentlich keinen der keine gut Zeit hatte. Vielleicht ein Düsseldorfer Jung der sich leider den Finger brach und ca. 5 Stunden im Dormagener Krankenhaus verbringen musste und nun zwangsläufig seine Zeit an der längsten Theke der Welt verbringen wird.
Was bei einem ordentlichen Jam heutzutage auf keinen Fall mehr fehlen darf ist der Bunnyhop Contest der sich diesmal von selbst organisierte und am Ende von Willi Wilke vor Gerrit bei einem Meter beendet wurde. Es wurde wirklich Gas gegeben, Jan aus Wittlich 180°te sich in exorbitante Höhen und langsam aber sicher lichtete sich das Feld. Sascha Roll te lieber mit Pornobrille von Decke zu decke und sonnte sich in seinem Ruhm den Bunnyhop Contest am vorherigen Tag in Recklinghausen gewonnen zu haben.

Um die Meute bei Laune zu halten wurden alle Paletten zusammen gesucht und der neuartige „Highest Sub Contest“ gestartet. Ziel war es einen Stall egal welcher art auf der Subbox zu stehen die nach jeder Runde um eine Palette wachsen sollte. Es wurde bei 5 Paletten gestartet und in den ersten runden entwickelte sich der Highest Trick Contest zu einem Besttrick Contest, bei dem man heiße scheiße wie x up 50/50 to fakir, Icepick to 270°, fufanu to ice to tailtap zu sehen bekamm. Random Rob gewann den imaginären Contest mit Brakeless Tailtapbarspin to Table. Die Sub wuchs immer weiter und das Feld schrumpfte immer weiter. Irgendwann war man bei 9 Paletten angekommen und es waren noch Kicka, Thomi, Markus, Alan und Gerrit am Start.
Langsam musste echt gekämpft werden und die Sub wuchs immer weiter. Bei Sage und schreibe 10 Paletten war dann Schluss, (obwohl wir noch eine Etage gehabt hätten) die 10 Schafften nur noch Kicka, Markus und Thomi. Die Gesichter wurden immer verkrampfter und langsam traten die Adern aus den Unterarmen. Natürlich Stand die Sub an einer Bank um die Transen zu ignorieren. Der Winner der ganzen Aktion war Thomi, der es noch schaffte auf dem schon Wallaridemäßigen Subkonstrukt einen Icepick zu Nageln and the Crowd goes Bananas. Fett Fett.

Langsam senkte sich die Sonne und ein wunderbarer Sonnenuntergang machte sich in am Horizont breit. Die Fotographen nutzen die Gunst der Stunde und
das Blitzlichtgewitter ging los. Der Jam klang langsam aus. Die Lokalen Skater freuten sich wie Schneekönige über die Paletten die ich ihnen großzügig schenkte, ich war froh weil uns der Stress der Entsorgung erspart blieb. So ging ein Stressfreier Tag zu ende den ich als durchaus gelungen in meinem geistigen Terminkalender vermerken werde.

Danke noch mal an alle die den Weg nach Dormagen gefunden habe. Ich hoffe es hat euch allen genau so gut gefallen wie mir. Ganz besonders danke an Janosch für Checken und den Bus leihen..
Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster, oder vielleicht doch nicht so weit und sage, bis nächstes mal wenn es wieder heißt.

Urbaner Instinkt Dormagen Jam, alle kommen, du auch?!

jpk, xmx, gerrit, sara heinen

 
 
 
 
 
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